Projekt: Strom für Malaspa

 

Kurzbeschreibung

Was:  Im Dorf Malaspa wurde die Stromversorgung durch Erneuerung von Bauteilen des lokalen Wasserkraftwerks (Leistungserhöhung von 15 auf 35 kW) verbessert. Dadurch erhielten die vorher bereits an den Strom angeschlossenen 200 Familien stabilere Energie und weitere 270 Familien wurden ans kostenfreie Netz angeschlossen. Auf diese Weise wurde die Energieversorgung für alle Bewohner von Malaspa gesichert

Wann: Februar – Mai 2020  August – Dezember 2020

Wo: Malaspa in Panjsher/Afghanistan

Volumen: 7.600 €

Lokaler Partner: Union Peoples the Village of Malaspa

 

Update 01.02.2021: Projekt erfolgreich abgeschlossen

Nach unserem Spendenaufruf im Dezember 2019 und der Bewilligung der Stiftung Nord-Süd-Brücken im Februar 2020 konnten wir das Projekt „Strom für Malaspa“ erfolgreich finanzieren. Das erklärte Ziel: gemeinsam mit den Verantwortlichen vor Ort daran, eine stabile, nachhaltige und kostenfreie Stromversorgung für 5000 Menschen im Dorf Malaspa zu realisieren. Das bereits bestehende Wasserkraftwerk versorgte nicht mal die Hälfte der Einwohner mit niedrigem Strom und war zudem stark veraltet.

Durch die Corona-Pandemie verzögerte sich das Projekt jedoch und konnte nicht wie geplant bereits im März in die Umsetzung gehen. Da Corona die Region schwer getroffen hatte wurde kurzfristig das Nothilfe Projekt für Malaspa angestoßen, bei dem Hilfsbedürftigen in der Region sowie deren Familien in Kabul mit Lebensmittelpaketen unterstützt wurden.

 

Nachdem die erste Corona-Welle in Afghanistan abgeklungen war und einige technische Schwierigkeiten überwunden wurden konnte es im Sommer mit dem Projekt weitergehen. Gemeinsam mit der „Union Peoples the Village of Malaspa“ und insbesondere der Unterstützung des Projektleiters Hokumat Noori gelang es bis Dezember 2020 das Projekt „Strom für Malaspa“ erfolgreich umzusetzen. Dabei wurden eine neue Turbine, ein neuer Dynamo, Strommasten, ein Verteilungskasten und weitere notwendige Konstruktionsmittel in Kabul gekauft und nach Malaspa gebracht.

Die neue Turbine und Dynamo nach Einbau
Das Dach der Wasserstromanlage wird erneuert

Anders als geplant musste zudem das Dach der alten Wasserstromanlage aufgrund der Größe der neuen Turbine entfernt und wieder neu gebaut werden. Hier wurden im Anschluss alle Bauteile fachgerecht installiert. Der geplante Einkauf eines Transformators stellte sich bei Projektumsetzung als nicht notwendig heraus, da der vorhandene Transformator repariert werden konnte. Dafür wurde ein Stromkasten, der die optimale Verteilung des Stroms auf die ca. 470 Familien in der Region gewährleistet angeschafft.

 

Das Wassertor zur Stromanlage wird geöffnet
Die Wasserstromanlage in Betrieb

Die Stromversorgung in Malaspa wurde von 15 kW auf etwa 30-35 kW (je nach Wasserstand/-kraft) angehoben. Damit ist bis zum letzten Winkel des Dorfes eine stabile Versorgung mit Licht möglich.

Der Projektleiter vor Ort Hokumat Noori fasst das vergangene Jahr zusammen: “Dank des Projektes konnten wir in diesem dunklen Corona-Jahr allen Dorfbewohnern Licht schenken. Die Stromversorgung ist so gut, dass wir tagsüber nun sogar elektrische Geräte anschließen können.“

Wir bedanken uns im Namen der „Union Peoples the Village of Malaspa“ und den BewohnerInnen der Region bei allen SpenderInnen und unserem Kooperationspartner Nord-Süd-Brücken für die Unterstützung!

Die zusätzlichen Masten verteilen den Strom im ganzen Dorf

 

Hier folgt in Kürze ein Video über die Projektumsetzung…

 

Update 01.04.2020: Coronabedingte Projektverzögerung

Durch Corona ist die Projektumsetzung von „Strom für Malaspa“ verzögert.

Ursprünglich war der Projektbeginn für Mitte Februar geplant. Durch die Fördermittelbeantragung hat sich der Projektstart verzögert und wurde für Mitte März angesetzt. Als es endlich losgehen sollte, bat unser afghanische Partner „Union Peoples the
Village of Malaspa“ um eine weitere Verlegung des Projektbeginns, da die aufgrund von COVID-19 eingeführten Reise- und Geschäftsbeschränkungen die Durchführung von „Strom für Malaspa“ verhindern.

Afghanistan, als Nachbarland von China und Iran, ist schon früh von COVID-19 gefährdet gewesen. Hinzu kommt, dass viele afghanische Flüchtlinge, die im Iran gelebt haben, wegen dem Ausbruch der Pandemie im Iran nach Afghanistan zurückgekehrt sind. Dies stellt den ohnehin geschwächten afghanischen Staat und dessen marodes Gesundheitssystem vor eine große Herausforderung. Obwohl es nur aktuell nur einige hundert offizielle COVID-19 Infizierte in Afghanistan gibt, sind diese Zahlen aufgrund der nicht vorhandenen Testung nicht aussagekräftig. Der Staat hat trotz dieser geringen offiziellen Zahlen bereits gehandelt und innerstaatliche Reisen unterbunden und Geschäften die Schließung angeordnet. Davon
ist auch unser Projekt „Strom für Malaspa“ betroffen.

Wir hoffen, das Projekt sobald wie möglich beginnen zu können und informieren dann an dieser Stelle.

Lesen Sie hier mehr über unser Nothilfeprojekt in Malaspa…

Lesen Sie hier einen kurzen Bericht über Corona in Afghanistan…

 

Update 05.03.2020: Strom für Malaspa kann beginnen!

Durch die vielen Spenden und die Bewilligung einer Projektförderung von Stiftung Nord Süd Brücken ist der nötigen Projektbetrag zusammengekommen und wir können mit dem Projekt beginnen! Vielen Dank hier an alle Unterstützer!!

Projektbeschreibung / Spendenaufruf 12/2020

Die Situation vor Ort

Das Dorf Malaspa liegt mehr als 3.000 m über dem Meeresspiegel, ca. 125 km nördlich von Kabul in der Provinz Panjsher in einem Hochgebirgstal des Hindukusch. Es umfasst vier Dorfteile (Malaspa, Changaram, Qala und Seli) mit ca. 470 Familien, d.h. ca. 5.000 Menschen.

Auf Grund der geographischen und klimatischen Bedingungen stellt das Leben in Malaspa eine große Herausforderung für die Bevölkerung dar. Obwohl der steinige Boden fruchtbar ist, ist es sehr trocken und die Felder müssen über ein traditionelles Bewässerungssystem bewässert werden. Dies ist nur über Terrassenbau an der Talfläche und niedrigen Hängen möglich, so dass viele Familien nur weniger als 1000m² Land bewirtschaften können. Die Berge selbst sind karg und wegen der Höhenlage nur von wenigen Bäumen und Sträuchern bewachsen. Die langen Winter (November – April) bringen viel Schnee und, durch die Umschließung des Tales durch bis zu 6.500 m hohe Berge, eine große Verschattung, d.h. teilweise nur vier Stunden Sonnenlicht am Tag

Standort des Wasserkraftwerks in Malaspa am linken Ufer des Panjsher

Das wenige Bargeld, das die Dorfbewohner vom Verkauf ihrer landwirtschaftlichen Produkte erwirtschaften, wird zumeist umgehend ausgegeben: für nicht selbst anbaubare Lebensmittel (Reis, Salz, Tee,…), Holz zum Heizen (die durch die Höhenlage seltene Ressource Holz ist durch die Klimaveränderungen und Bevölkerungswachstum weiter geschrumpft) und Öl für die Beleuchtung. Bei einem Großteil der Dorfbewohner reicht das Geld wegen der geringen landwirtschaftlichen Erträge und Preissteigerungen nicht mehr für die Grundbedürfnisse, so dass Mangelernährung herrscht, im Winter häufig nur ein Raum beheizt werden kann und die Menschen ohne Licht auskommen müssen.

Der Mangel an Licht führt unter anderem dazu, dass, obwohl die sonnenlosen Stunden im Winter einen Großteil des Tages ausmachen, nur das nötigste Handwerk für den eigenen Bedarf Bedarf betrieben werden kann. Die Herstellung zusätzlicher Produkte (z.B. Kleindung, Schnitzereien, geflochtene Körbe usw.) für den Verkauf auf lokalen Märkten oder in Kabul ist nur sehr eingeschränkt möglich. Außerdem können die Kinder, die nach dem Besuch der lokalen Grundschule meist noch auf den Feldern oder in der Familie aushelfen müssen, ihren schulischen Aufgaben nur sehr beschränkt nachkommen. Auch traditionelle Zusammenkünfte im Dorf können wegen der mangelhaften winterlichen Lichtverhältnisse ebenfalls nur sehr selten veranstaltet werden.

 

Was wir tun

Das Projekt strebt an, die Situation der Dorfbewohner von Malaspa durch eine stabile, nachhaltige und kostenfreie Stromversorgung zu verbessern und damit allen Familien einen Zugang zu Licht zu ermöglichen.

Die derzeitige Stromversorgung in Malaspa wurde vor ca. 14 Jahren mit einem UN-Habitat Projekt durch Wasserkraft für ca. 200 Familien des Dorfes (Dorfteile Changaram und Qala) ermöglicht. Das Wasserkraftwerk wurde in der Nähe der traditionellen Wassermühle (Mehl) gebaut und seitdem von der „Union Peoples the Village of Malaspa“ ehrenamtlich betrieben und instandgehalten.

Malaspa, Panjsher/Afghanistan
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Zugang zum Wasserkraftwerk
Das Wasserrad für die Stromerzeugung neben der traditionellen Mühle

veraltete und marode Ausstattung des Wasserkraftwerkes in Malaspa

Leider reicht der generierte Strom (ca. 15 kW) nur zur Versorgung von ca. 200 Familien des Dorfes mit Licht und ist durch den schwachen und veralteten Drehstrommotor und Dynamo zudem sehr instabil. So muss das Antriebsrad, um nicht zu Überhitzen, bei zu hohem Wasserstand (häufig bei der Schneeschmelze in Frühjahr und Sommer) aus dem Wasser geholt werden und eine Stromerzeugung ist in dieser Periode meist nicht möglich.

Daher soll durch Ersatzteile und Umrüstung die Stromversorgung von 15 kW auf 38 kW verbessert werden. Dazu sind Folgende Ersatzteile notwendig.: Turbine, Dynamo, Transformator und Wasserrad, im Weiteren Ersatz von 10 beschädigten Strommasten und dem Stromkreisverteiler.

Kleinere Reparaturen der Anlage und der ehrenamtliche Betrieb werden von den Dorfbewohnern selbst organisiert und sichergestellt. Die Wiederinstandsetzung des Kraftwerks ist mit den geringen finanziellen Ressourcen der Dorfbevölkerung allerdings nicht möglich. Daher wurde das Projekt „Strom für Malaspa“ ins Leben gerufen.

 

 

 

Projekt gefördert durch: