Projekt: Strom für Malaspa

Update 01.04.2020: Coronabedingte Projektverzögerung

Durch Corona ist die Projektumsetzung von „Strom für Malaspa“ verzögert.

Ursprünglich war der Projektbeginn für Mitte Februar geplant. Durch die Fördermittelbeantragung hat sich der Projektstart verzögert und wurde für Mitte März angesetzt. Als es endlich losgehen sollte, bat unser afghanische Partner „Union Peoples the
Village of Malaspa“ um eine weitere Verlegung des Projektbeginns, da die aufgrund von COVID-19 eingeführten Reise- und Geschäftsbeschränkungen die Durchführung von „Strom für Malaspa“ verhindern.

Afghanistan, als Nachbarland von China und Iran, ist schon früh von COVID-19 gefährdet gewesen. Hinzu kommt, dass viele afghanische Flüchtlinge, die im Iran gelebt haben, wegen dem Ausbruch der Pandemie im Iran nach Afghanistan zurückgekehrt sind. Dies stellt den ohnehin geschwächten afghanischen Staat und dessen marodes Gesundheitssystem vor eine große Herausforderung. Obwohl es nur aktuell nur einige hundert offizielle COVID-19 Infizierte in Afghanistan gibt, sind diese Zahlen aufgrund der nicht vorhandenen Testung nicht aussagekräftig. Der Staat hat trotz dieser geringen offiziellen Zahlen bereits gehandelt und innerstaatliche Reisen unterbunden und Geschäften die Schließung angeordnet. Davon
ist auch unser Projekt „Strom für Malaspa“ betroffen.

Wir hoffen, das Projekt sobald wie möglich beginnen zu können und informieren dann an dieser Stelle.

 

Update 05.03.2020: Strom für Malaspa kann beginnen!

Durch die vielen Spenden und die Bewilligung einer Projektförderung von Stiftung Nord Süd Brücken ist der nötigen Projektbetrag zusammengekommen und wir können mit dem Projekt beginnen! Vielen Dank hier an alle Unterstützer!!

 

Kurzbeschreibung

Was:  Im Dorf Malaspa wird die Stromversorgung durch Erneuerung von Bauteilen des lokalen Wasserkraftwerks (Leistungserhöhung von 15 auf 38 kW) verbessert. Dadurch sollen die bereits an den Strom angeschlossenen 200 Familien stabilere Energie erhalten und weitere 270 Familien ans kostenfreie Netz angeschlossen werden. Auf diese Weise wird die Energieversorgung für alle Bewohner von Malaspa gesichert

Wann: Februar – Mai 2020  Mai – Juni 2020

Wo: Malaspa in Panjsher/Afghanistan

Volumen: 7.600 €

Lokaler Partner: Union Peoples the Village of Malaspa

 

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Zugang zum Wasserkraftwerk
Das Wasserrad für die Stromerzeugung neben der traditionellen Mühle

Die Situation vor Ort

Das Dorf Malaspa liegt mehr als 3.000 m über dem Meeresspiegel, ca. 125 km nördlich von Kabul in der Provinz Panjsher in einem Hochgebirgstal des Hindukusch. Es umfasst vier Dorfteile (Malaspa, Changaram, Qala und Seli) mit ca. 470 Familien, d.h. ca. 5.000 Menschen.

Auf Grund der geographischen und klimatischen Bedingungen stellt das Leben in Malaspa eine große Herausforderung für die Bevölkerung dar. Obwohl der steinige Boden fruchtbar ist, ist es sehr trocken und die Felder müssen über ein traditionelles Bewässerungssystem bewässert werden. Dies ist nur über Terrassenbau an der Talfläche und niedrigen Hängen möglich, so dass viele Familien nur weniger als 1000m² Land bewirtschaften können. Die Berge selbst sind karg und wegen der Höhenlage nur von wenigen Bäumen und Sträuchern bewachsen. Die langen Winter (November – April) bringen viel Schnee und, durch die Umschließung des Tales durch bis zu 6.500 m hohe Berge, eine große Verschattung, d.h. teilweise nur vier Stunden Sonnenlicht am Tag

Standort des Wasserkraftwerks in Malaspa am linken Ufer des Panjsher

Das wenige Bargeld, das die Dorfbewohner vom Verkauf ihrer landwirtschaftlichen Produkte erwirtschaften, wird zumeist umgehend ausgegeben: für nicht selbst anbaubare Lebensmittel (Reis, Salz, Tee,…), Holz zum Heizen (die durch die Höhenlage seltene Ressource Holz ist durch die Klimaveränderungen und Bevölkerungswachstum weiter geschrumpft) und Öl für die Beleuchtung. Bei einem Großteil der Dorfbewohner reicht das Geld wegen der geringen landwirtschaftlichen Erträge und Preissteigerungen nicht mehr für die Grundbedürfnisse, so dass Mangelernährung herrscht, im Winter häufig nur ein Raum beheizt werden kann und die Menschen ohne Licht auskommen müssen.

Der Mangel an Licht führt unter anderem dazu, dass, obwohl die sonnenlosen Stunden im Winter einen Großteil des Tages ausmachen, nur das nötigste Handwerk für den eigenen Bedarf Bedarf betrieben werden kann. Die Herstellung zusätzlicher Produkte (z.B. Kleindung, Schnitzereien, geflochtene Körbe usw.) für den Verkauf auf lokalen Märkten oder in Kabul ist nur sehr eingeschränkt möglich. Außerdem können die Kinder, die nach

dem Besuch der lokalen Grundschule meist noch auf den Feldern oder in der Familie aushelfen müssen, ihren schulischen Aufgaben nur sehr beschränkt nachkommen. Auch traditionelle Zusammenkünfte im Dorf können wegen der mangelhaften winterlichen Lichtverhältnisse ebenfalls nur sehr selten veranstaltet werden.

Was wir tun

Das Projekt strebt an, die Situation der Dorfbewohner von Malaspa durch eine stabile, nachhaltige und kostenfreie Stromversorgung zu verbessern und damit allen Familien einen Zugang zu Licht zu ermöglichen.

Die derzeitige Stromversorgung in Malaspa wurde vor ca. 14 Jahren mit einem UN-Habitat Projekt durch Wasserkraft für ca. 200 Familien des Dorfes (Dorfteile Changaram und Qala) ermöglicht. Das Wasserkraftwerk wurde in der Nähe der traditionellen Wassermühle (Mehl) gebaut und seitdem von der „Union Peoples the Village of Malaspa“ ehrenamtlich betrieben und instandgehalten.

Malaspa, Panjsher/Afghanistan

veraltete und marode Ausstattung des Wasserkraftwerkes in Malaspa

Leider reicht der generierte Strom (ca. 15 kW) nur zur Versorgung von ca. 200 Familien des Dorfes mit Licht und ist durch den schwachen und veralteten Drehstrommotor und Dynamo zudem sehr instabil. So muss das Antriebsrad, um nicht zu Überhitzen, bei zu hohem Wasserstand (häufig bei der Schneeschmelze in Frühjahr und Sommer) aus dem Wasser geholt werden und eine Stromerzeugung ist in dieser Periode meist nicht möglich.

Daher soll durch Ersatzteile und Umrüstung die Stromversorgung von 15 kW auf 38 kW verbessert werden. Dazu sind Folgende Ersatzteile notwendig.: Turbine, Dynamo, Transformator und Wasserrad, im Weiteren Ersatz von 10 beschädigten Strommasten und dem Stromkreisverteiler.

Kleinere Reparaturen der Anlage und der ehrenamtliche Betrieb werden von den Dorfbewohnern selbst organisiert und sichergestellt. Die Wiederinstandsetzung des Kraftwerks ist mit den geringen finanziellen Ressourcen der Dorfbevölkerung allerdings nicht möglich. Daher wurde das Projekt „Strom für Malaspa“ ins Leben gerufen.