Nothilfe für Malaspa/Afghanistan

Kurzbeschreibung

Was:  Nothilfeprojekt – Verteilung von Lebensmittelpaketen an 50 bedürftige Familien, die aufgrund der Corona-Einschränkungen in der Existenz bedroht sind

Wann: April – Juli 2020

Wo: Malaspa in Panjsher/Afghanistan u. Kabul

Volumen: 4.300 €

Lokaler Partner: Union Peoples the Village of Malaspa

Status: Abgeschlossen

Der Ausbruch der Corona-Pandemie im März 2020 stellte unseren Projektpartner „Union Peoples The Village of Malaspa“ (siehe Projekt „Strom für Malaspa“) und die dazugehörige Dorfgemeinschaft in Panjsher vor eine immense Herausforderung. Obwohl es zu Beginn der Pandemie offiziell nur einige hundert Corona-Infizierte in Afghanistan gab, waren diese Zahlen aufgrund mangelnder Tests unglaubwürdig. Trotzdem hat die afghanische Regierung im März 2020 umfassende Reise- und Kontaktbeschränkungen erlassen, welche die Menschen schwer getroffen haben. So wurde das im Hochgebirge liegende Panjsher-Tal, in dem unserer Projektpartner arbeitet, durch die Beschränkungen weitgehend isoliert. Ein Sozialsystem, welches die Härten für die Bevölkerung abfedert, existiert in Afghanistan nicht.

Für die Menschen in Malaspa hatten die Beschränkungen, die erst im Juni/Juli langsam aufgehoben wurden, indes gravierende Auswirkungen:

  • Lebensmittel haben sich teilweise erheblich verteuert. Mehl ist beispielweise in den ersten zwei Aprilwochen um fast 50% teurer geworden.
  • Tagelöhner, die sonst zwischen Kabul und Panjsher pendeln, hatten plötzlich kein Einkommen mehr.
  • Geld von Verwandten in Kabul, die sonst ihre Angehörigen in Malaspa bescheiden unterstützen, blieb aus.
  • Handel mit den eigenen landwirtschaftlichen Erzeugnissen zwischen Panjsher und dem Rest des Landes konnte nicht mehr stattfinden.
Verteilung der Lebensmittelpackete in Malaspa
Einkauf in Schamali
alle packen mit an...

Die Auswirkungen trafen Panjsher und Malaspa besonders hart, da der Lockdown in die klassische Hungerperiode im Frühling gefallen ist. Viele Menschen in Malaspa sind so arm, dass sie schon in guten Jahren nur von der Hand in den Mund leben und die kritische Zeit bis zur Ernte im Frühherbst nur schwer bewältigen können. Lediglich Maulbeeren und wenige Gemüsearten sind bereits im Mai erntereif, konnten aber nun nicht mehr in Kabul verkauft werden, um so andere Grundnahrungsmittel zu finanzieren.

Durch die Solidarität in Deutschland und zahlreiche Spenden für die Nothilfe konnten wir in dieser schweren Krise 50 bedürftige Familien in Malaspa und einige ihrer Verwandten in Kabul unterstützen und mit Lebensmittelpaketen für vier Wochen versorgen:

  • 50 kg Mehl
  • 25 kg Reis
  • 7 kg Bohnen
  • 7 kg Zucker
  • 14 Liter Speiseöl

Durch die Hilfe konnten über 270 Personen erreicht werden, davon auch 15 Familien von Binnenflüchtlingen aus der Provinz Nooristan, die in Malaspa leben.

Wir danken allen Spendern für ihre Hilfe!!

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Lebensmittelpaket für eine Familie

Kurzvideo über die Umsetzung der Nothilfe in Malaspa