Ausschreibungen

Ausschreibung Referent*innen für Workshopreihe „Interkulturelles Zusammenleben“

Berlin, 13.04.2020

I. Hintergrund

Der Verein „German Association for Central Asia e.V.” sucht Referenten für die Workshopreihe „Interkulturelles Zusammenleben“ für Geflüchtete und Migranten aus dem persischsprachigen Raum.

Problemstellung: Ein Teil der seit 2015 in Deutschland angekommen Geflüchteten ist noch nicht in der Gesellschaft angekommen und lebt in schwieriger Situation. Während die gut gebildeten Geflüchteten und solche mit deutschen Kontaktpersonen häufig bereits „weiter gekommen sind“ haben andere, überproportional viele allein eingereiste junge Männer, keinen Zugang zu Ausbildung und Beruf und der deutschen Gesellschaft gefunden. Besonders Geflüchtete aus Afghanistan haben wegen schwebenden Asylverfahren, Duldungsstatus oder Ablehnungsbescheiden erschwerten Zugang zu Integrationskursen, behördlichen Programmen und Maßnahmen. Obwohl andere Hilfs- und Unterstützungsmaßnahmen existieren, finden diese Menschen oft schwierig Anschluss: Die deutsche Unterstützungs- und Ehrenamtlichen-Struktur, Fortbildungen und behördliche Maßnahmen werden distanziert beobachtet, aber nicht verstanden oder „für voll genommen“, Kontakte nicht gesucht. Sprachbarrieren und ein geringes Wissen um die deutsche Kultur und Arbeitsweisen erschweren zusätzlich das Verständnis, so dass Infoveranstaltungen nicht besucht und Beratungsangebote nicht wahrgenommen werden. Grade bei den noch in Gemeinschaftsunterkünften lebenden Geflüchteten sind eigene Initiativen der Geflüchteten für Ausbildungs-, Job- oder Wohnungssuche häufig bereits eingestellt worden, weil rechtliche und bürokratische Hürden als unüberwindbar wahrgenommen werden und die traditionellen Problemlösungsstrategien, z.B. Unterstützung durch familiäre Netzwerke, in Deutschland nicht anwendbar sind. Frustration und Versagensgefühl bestimmen die Gefühlslage, Überforderung und Rückzug in eine Peer-Group aus gleichsam orientierungslosen Geflüchteten gleicher Herkunft sind die Folge. Trotz jahrelangen Aufenthalts betrachten diese Menschen sich selbst oft als gesellschaftsfern und die hiesige Kultur als fremd.

Projektziel: Durch Workshops sollen das zur Interaktion und Integration notwendige Wissen über deutsche Kultur, Geschichte und Gesellschaft vermittelt und die Teilnehmer zu aktivem Handeln und gesellschaftlicher Partizipation motiviert werden. Obwohl thematisch angelegt, soll der Fokus der Veranstaltungen auf dem Herausarbeiten von einem persönlichen Bezug zu Herkunft und Biographie der Teilnehmer liegen (Kernfragen: „Was hat das mit mir zu tun?“; „Was verbindet meine Kultur, Religion und Traditionen mit der deutschen/europäischen Gesellschaft und den Menschen hier?“) und so Verständnis, Verständigung und Empathie gefördert und Vorurteile abgebaut werden.

II. Konzept

Inhaltliche sollen die Workshops durch die Ansätze des Globalen Lernens Parallelen mit Kultur- und Geschichte der Herkunftsnationen aufzeigen und so ein tiefgreifendes Verständnis für Deutschland und Europa erwirken und Vorbehalte und Hemmungen in der Interaktion abbauen. Methodisch sollen ganzheitliche und partizipative Ansätze angewendet und handlungsorientiertes Lernen ermöglicht werden.

Methoden: u.a. Präsentation mit Diskussion, Brainstorming im Plenum, Praktische Übungen, Pinnwandmoderation, Arbeit an Fallbeispielen, Gruppenarbeiten mit Vorstellung der Ergebnisse, Kurzvorträge und Austausch mit Gästen, Exkursion.

Erwartete Veranstaltungsdauer: 3-4,5 Stunden

Zielgruppe: 15-20 Geflüchtete und Migranten aus dem persischsprachigen Raum

Sprache der Veranstaltungen: persisch (Farsi oder Dari)

III. Workshopthemen

  • Workshop A.: Parallelen und Gemeinsamkeit zwischen deutscher Geschichte der Neuzeit und der des persischsprachigen Kulturraumes
  • Workshop B.: Kulturelle Fundamente und Entsprechungen zwischen Festen, Feiertagen und Umgangsformen
  • Workshop C.: Zusammenleben der Religionen („Wie christlich-jüdisch ist das islamische Zentralasien und der Iran und wie zoroastrisch und islamisch ist Deutschland?“)
  • Workshop D.: Ehrenamt, Nachbarschaftshilfe und Familienbande: wie äußert sich gesellschaftliches Engagement und Wohltätigkeit

IV. Aufgaben der/des Referenten/in

  1. Konzeption eines Workshops zu einem der oben genannten Themen A-D
  2. Durchführung des Workshops in persischer Sprache
  3. Anpassung und Verschriftlichung des Workshopkonzepts:
    1. Anpassung des Workshopkonzepts unter Einbeziehung der Erfahrungen aus der Durchführung und des Teilnehmerfeedbacks
    2. Verschriftlichung des Workshop-Konzepts für die Nachnutzbarkeit durch andere Referenten und NROs (auf Deutsch)

Es ist für eine/n Referent/en möglich, sich auf einen oder auf mehrere Workshops der Reihe zu bewerben.

V. Zeitpunkt der Leistungserbringung:

  1. Mai 2020: Konzeption des Workshops
  2. Juni – August 2020: Durchführung des Workshops
  3. September 2020: Verschriftlichung des Workshop-Konzeptes

VI. Erwartungen an die/den Referenten/in

  • Erfahrungen als Referent, in der Workshopkonzeption und im Globalen Lernen
  • Persisch (Dari/Farsi) auf muttersprachlichem Niveau
  • Deutschkenntnisse mindestens auf C2 Niveau
  • Fundiertes Wissen zum Thema des Workshops
  • Erfahrungen in der Arbeit mit Geflüchteten und Migranten
  • Lebenserfahrung im persischsprachigen Raum

VII. Frist:

Angebote (PDF, max. 8MB) sind bis zum 03.05.2020 (verlängert) 10.05.2020

einzureichen an info@gafca.org

Bitte nehmen Sie Stellung zu:

  • Gewähltem Workshopthema/-themen
  • Arbeitstagen und Honorarhöhe
  • Relevanten Erfahrungen